Fetales Alkoholsyndrom (FAS)
Es wird geschätzt, dass in westlichen Ländern eines von 3.000 Kindern bereits vor der Geburt mit Alkohol in Kontakt kommt. Eine vorgeburtliche Alkoholbelastung von Kindern kann zu einem breiten Spektrum an Störungen führen. Eine der schwerwiegendsten Auswirkungen mütterlichen Alkoholkonsums während der Schwangerschaft auf das Neugeborene ist das fetale Alkoholsyndrom (FAS oder auch Alkoholembryopathie). Schätzungen zufolge tritt FAS in der westlichen Welt bei einem von 1.000 Neugeborenen auf.
FAS ist eine der häufigsten angeborenen Schädigungen bei Neugeborenen – und im Gegensatz zu vielen anderen Schädigungen vollständig vermeidbar. FAS ist die Hauptursache für Behinderungen und Entwicklungsstörungen und gleichzeitig einer der häufigsten vermeidbaren Gründe für Lernbehinderungen, Entwicklungsverzögerungen und Geburtsfehler. Auch wenn in der vorgeburtlichen Lebensphase keine direkte Verbindung zwischen dem mütterlichem und kindlichem Blutkreislauf besteht, passiert Alkohol jedoch ungehindert die Plazenta, über die der Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind erfolgt (Merzenich & Lang, 2002). Wenn die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol konsumiert, wird folglich auch das ungeborene Kind dem Alkohol ausgesetzt. Das Kind im Mutterleib kann den Alkohol jedoch nicht wie ein erwachsener Mensch verarbeiten.
Allerdings gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Befunde, ab welcher Menge konsumierten Alkohols die Gefahr besteht, dass der Fötus von FAS betroffen sein wird. Die meisten ExpertInnen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich raten dazu, dass Frauen während der Schwangerschaft überhaupt keinen Alkohol trinken sollten.

